POPPERKLOPPER – 18. Okt 2019

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Wer/Was
POPPERKLOPPER
[30-JAHRES-JUBILÄUMS-KONZERT]
+ Rasta Knast
+ Charge 69
+ Hagbard Celine
im Mergener Hof - Trier
Wann
Freitag, 18. Oktober 2019
Wo
(Karte)
Veranstalter
Exzellenzhaus e.V.
Webseite: www.exhaus.de

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Exhaus & Popperklopper präsentieren:

Plakat Trier Popperklopper

Im Herbst 2019 feiern Popperklopper ihr 30-jaehriges Bandjubiläum. Waasss, 30 Jahre?!? Kann doch nicht sein….oder doch? Als sich im Oktober 1989 ein paar punkbegeisterte Teenager in der Suedeifel zum musizieren trafen, hätte sich kein Mensch vorstellen können dass wir jetzt 30 Jahre später diese Zeilen hier über eben diese Combo lesen würden.

Angefangen mit legendären Auftritten auf meist ebenso legendären Grillhütten-Parties (wie sie zu dieser Zeit typisch für die Eifel waren), über ein paar anfängliche Besetzungswechsel und die ersten eigenen Songs in der Stammbesetzung Carsten-Helge-Lars Anfang der 90er, bis hin zum bahnbrechenden 1. Album „Kalashnikov Blues“ Anfang 1996, welches in der deutschen Punkszene wie eine Bombe einschlug und der Band zu einem unglaublichen Schub verhalf, sodass die Jungs bis heute einen enormen Stellenwert in der Szene geniessen. Seit 1991 gab es dann nur noch 2 weitere Besetzungswechsel: 2002 wurde Helge durch Pöppel am Bass ersetzt und seit 2016 heisst der Basser Udo.

Es folgten mal mehr mal weniger regelmässig neue Veröffentlichungen, es gab nie längere Pausen und die Band war eigentlich immer live unterwegs, entweder in Form von kleinen schweissgebadeten Club-Shows oder später mehr und mehr auch bei Festivals (Force Attack, Punk im Pott, Resist to exist, etc) und Festivaltouren (Nikolaus raus Tour, Schlachtrufe BRD Tour). Auch im Ausland wurde fleissig abgerockt, neben Österreich, Schweiz etc. waren Russland, England und Schweden die absoluten Live-Höhepunkte in der Bandgeschichte. Auf jedem Album ist eine Weiterentwicklung der Band erkennbar, die über die Jahre immer tighter zusammenspielte und besonders live, quasi als „Powertrio“, zu überzeugen weiss und ordentlich Dampf macht. Für viele Fans sind die typischen PK Hits nach wie vor solche Deutschpunk-Kracher wie „Leben im KZ“ oder „Das deutsche Herr“ vom 1. Album, „Aufrechter Deutscher“ oder „1000 Opfer“ vom 2. Album, seit einigen Jahren gehören aber genauso auch einige englischsprachige, etwas „rockigere“ 77er Punkrock-Hymnen a la „Addicted to you“ oder „Big Wallets – bad taste“ zum Repertoire, die ebenso von den Fans abgefeiert werden. Dazu muss man sagen dass die Jungs neben den typischen alten deutschen Polit-Punk Klassikern wie Slime, Canal Terror, Toxoplasma, Hass, Vorkriegsjugend etc auch immer schon total auf alten England- und Amipunk abgefahren sind, was ihren Stil natürlich auch mit geprägt hat.

Ende der 90er wurden sie dann komplett von der skandinavischen Action-Rock-Welle um Bands wie Hellacopters, Gluecifer und Turbonegro erfasst, was sich dann auch etwas auf ihren Sound ausgewirkt hat. Auf dem 2003er Album „No Compromise“ wurde sogar komplett in Englisch gesungen, was bei einem Teil der Fans richtig gut ankam, von anderen dagegen eher abgelehnt wurde (vielleicht auch weil die Band nicht zuletzt aufgrund ihres Namens etwas in der Deutschpunk-Schublade gefangen war/ist). Auf den nachfolgenden Alben gab es einen immer weiter perfektionierten Mix aus den typischen Deutschpunk-Uptempo-Nummern sowie englischsprachigen und rock’n’roll-beeinflussten Songs.

Zwar sind die Jungs mittlerweile wegen Familie, Job etc nicht mehr jedes Wochenende quer durch die Republik unterwegs, aber dennoch sind sie als Band permanent hart am arbeiten, sodass nun, pünktlich zum Jubliäum, das 9. Studioalbum erscheint. Man hat sich beim Songschreiben und im Studio selbst ein wenig unter Druck gesetzt, damit die Platte auch wirklich pünktlich rauskommt, aber erfahrungsgemäss bringt es ja manchmal sogar die besten Ergebnisse wenn man etwas unter Druck steht. So sprach die Bands während des Entstehungsprozesses, als die Songs im Studio am wachsen waren, vom vielleicht besten PK Album aller Zeiten. Es gibt erstaunlich viele Abgeh-Nummern im

typischen PK Stil, die mit vielen tollen Melodien und einprägenden Chören versehen wurden. Ohrwurmcharakter garantiert! Wenn man genau hinhört, entdeckt man hier und da ein paar neue Soundexperimente in Form von Mellotron, Slide-Guitar oder Ebow, was den Gesamtsound natürlich abwechslungsreicher macht. Ansonsten setzt die Band wieder alles auf einen druckvollen, klassischen und vor allem authentischen Sound, der mit bestem Vintage-Equipment eingespielt wurde. Passend zum Bandjubiläum haben ein paar bekannte Gesichter aus der deutschen Punkszene ihren Gesang beigetragen: Patti (Cut my skin, Scattergun) bei „Rebel heart“, Matze (Rejected Youth) bei „Antifascista“ (exklusive Single B-Seite) und als besonderes Schmankerl wurden für die Singleauskopplung „Wir sind mehr“ die „Aggropunk-Allstars“ zusammengetrommelt (Leute von Alarmsignal, Fahnenflucht und Missstand). In dem Song wird gemeinsam Stellung zum unerträglichen Rechtsruck in Deutschland bezogen. Ansonsten wird in den Texten Kritik an der egoistischen Konsumgesellschaft geuebt, z. B. in „Kein Land in Sicht“ oder „Generation APP“, sowie an der Umweltzerstörung durch den Menschen in „Nicht tot genug“ und es werden einige zweifelhafte politische Machenschaften angeprangert, z. B. der Sinn von G20 Treffen in „Lieber tanz ich“ oder die Waffendeals zwischen Politik und Industrie in „Bomben für die Welt“. Ein paar persönliche Geschichten werden ebenfalls verarbeitet, z. b. in „Lauf der Dinge“ oder „Wunderland“.

Es gibt also auch nach 30 Jahren immer noch viel zu sagen. Leider überwiegen immer noch oder sogar mehr denn je die negativen Themen/Ereignisse/Erfahrungen, sodass für eine kritische Band wie PK der Stoff wohl nicht so schnell auszugehen scheint. Um „Kein Land in Sicht“ zu zitieren: „ich weiss ich sag das alles nicht zum ersten Mal, doch solange sich nichts ändert hab ich keine andere Wahl“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Der Titel „Alles wird Wut“ kombiniert die beiden „Vorgaengerjubilaeumsalben“ „Alles wird gut“(10 jähriges Jubiläum) und „Was lange gärt wird endlich Wut“ (20 jähriges Jubiläum).

Mit von der Partie sind alte Freunde und Weggefährten der Jungs. Rasta Knast spielen melodischen Punkrock und waren auch schon bei der 10-Jahres-Party mit dabei. Das französische Punkrockurgestein Charge69 aus Metz kennen Popperklopper auch schon seit Jahren und man spielte schon so einige Konzerte in Frankreich und Deutschlans zusammen. Hagbard Celine sind mittlerweile ja auch schon eine Punkrockinstitution aus Trier und mit Popperklopper jahrelang bereundet und waren auch bei der 20-Jahres-Feier mit am Start.

Wegen der aktuellen Sperrung des Exhaus-Gebäudes, freuen wir uns dieses Punkrock-Konzert zusammen mit den Popperkloppern im Mergner Hof präsentieren zu dürfen.

Links:

Popperklopper-Homepage

Rasta Knast-Homepage

Mergener Hof

Tickets:

ticket-regional.de

eventim.de

 

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